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Wut vs. Gelassenheit

Wir haben Trotzphase. Genauer gesagt: Wir haben die Phase der großen Wutausbrüche. Der Zwerg entwickelt seinen eigenen Willen und hat eigene Pläne. Wenn ich andere habe … geht die Welt unter.

Die erste Katastrophe gestern: Wir kommen nach Hause. Die 2.: Mama zieht die Schuhe aus.

Ich weiß nicht, was genau dabei das Problem ist und könnte anfangen ihm zu erklären, dass das nichts schlimmes ist, aber offensichtlich IST es schlimm.

Ehrlicherweise ist das ja kein Kleinkind-Problem. Ich kenne Menschen, die sind traurig, weil ein Fußballspiel nicht nach ihren Wünschen ausging, obwohl sie gar nicht mitgespielt haben. Das kann ich auch nicht nachvollziehen. Was kann ich also beurteilen, wie schrecklich es ist, die Schuhe auszuziehen?

Es war schrecklich. Der Zwerg warf sich auf den Boden und brülle sich die Lungen aus dem Hals. Und ich? Ich setzte mich daneben und wartete geduldig und gelassen ab.

Das war nicht leicht, aber ich habe es geschafft. Unsere Pickler-Kursleiterin sagt dazu „durch die Wut begleiten“. Klingt gut, hatte ich aber vorher nicht geschafft. Am Mittwoch hatten wir nochmal darüber gesprochen und dabei ging es auch darum, dass wir unseren Kindern diese Wut- und Frustrationserlebnisse nicht ersparen können. In der großen Wut können wir auch das Problem nicht lösen. Was wir tun können ist da zu sein.

Das hatte ich noch im Kopf und so saß ich da, beobachtete und war da. Ich kam auch mal näher, wurde aber weggeschoben, also wieder zurück. Irgendwann saß der Zwerg am anderen Ende unseres kleinen Flurs und wurde ruhiger.

„Kann ich zu dir kommen?“

„Nein.“

„Willst du zu mir kommen?“

„Nein.“

„Ist alles OK?“

„Ja.“

Ich weiß nicht, ob er meine Fragen verstanden hat, aber anscheinend war wirklich wieder alles OK.

 

 

 

 

Published inMamas Welt

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